Wer eine Wanderreise plant, denkt meist zuerst an praktische Dinge: gute Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, eine detaillierte Karte oder den passenden Reiseführer. Doch auch die passende Reiselektüre kann unterwegs oder zur Vorbereitung eine echte Bereicherung sein. Inspirierende Bücher über lange Wanderungen, persönliche Grenzerfahrungen und die Schönheit der Natur laden dazu ein, im Kopf mitzuwandern und neue Perspektiven zu entdecken.
Im Folgenden stellen wir Ihnen zwei besondere Werke vor, die Abwechslung zu den klassischen Wanderführern bieten und sich perfekt für alle eignen, die gerne tief in Geschichten rund ums Wandern eintauchen.
Cheryl Strayed: Der große Trip – Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst Mit ihrem autobiografischen Werk hat Cheryl Strayed ein Buch geschrieben, das Millionen Menschen begeistert hat. Sie schildert ihre Wanderung auf einem Teil des berühmten Pacific Crest Trails, der sich von Mexiko bis nach Kanada erstreckt.
Strayed nimmt ihre Leserinnen und Leser mit auf eine emotionale Reise: von den alltäglichen Problemen ihres früheren Lebens bis hin zu einer tiefgehenden Selbstfindung. Während sie Schritt für Schritt durch die Wildnis geht, reflektiert sie ihre Vergangenheit, verarbeitet persönliche Verluste und entdeckt neue Stärke in sich selbst.
Das Buch ist so eindringlich erzählt, dass es in den USA und Deutschland zu einem Bestseller wurde. Später wurde die Geschichte mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt („Wild“). Wer sich für Outdoor-Abenteuer und die Kraft persönlicher Transformation interessiert, findet hier eine fesselnde Lektüre.
Christine Thürmer: Laufen. Essen. Schlafen. – Eine Frau, drei Trails und 12.700 Kilometer Wildnis Auch Christine Thürmer entführt ihre Leserinnen und Leser auf eine besondere Wanderreise. Ursprünglich Geschäftsfrau, eher unsportlich und ohne große Outdoor-Erfahrung, entscheidet sie sich nach ihrer Kündigung, einen neuen Weg einzuschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Ihre erste große Herausforderung: der Pacific Crest Trail von Mexiko bis nach Kanada. Doch am Ziel angekommen, ist für sie längst nicht Schluss. 2007 folgt der Continental Divide Trail, 2008 der legendäre Appalachian Trail. Insgesamt legt sie dabei rund 12.700 Kilometer zurück – eine beeindruckende Leistung.
In ihrem Buch beschreibt Thürmer ehrlich und mit viel Humor, wie es ist, allein als Frau monatelang in der Wildnis unterwegs zu sein. Sie berichtet von atemberaubenden Landschaften, körperlichen Herausforderungen und der besonderen Freiheit, die sie auf den Trails gefunden hat. Eine inspirierende Geschichte, die Mut macht, eigene Grenzen zu überwinden und Neues zu wagen.
Bill Bryson: Picknick mit Bären
Humorvoll, kurzweilig und gleichzeitig voller Naturerlebnisse – so lässt sich Bill Brysons Klassiker beschreiben. Gemeinsam mit einem alten Freund wagt sich Bryson auf den Appalachian Trail, einen der längsten und bekanntesten Fernwanderwege der Welt.
Statt sportlicher Heldengeschichte erwartet die Lesenden eine Mischung aus Reisebericht, skurrilen Anekdoten und witzigen Beobachtungen über die Natur, Begegnungen mit anderen Wanderern und die Tücken des Outdoor-Lebens. Dabei vermittelt Bryson auf leichte Weise viel Wissenswertes über die amerikanische Wildnis.
Ein Buch, das nicht nur Wanderer, sondern auch Couch-Abenteurer bestens unterhält – und Lust macht, selbst die Wanderschuhe zu schnüren.
Andreas Kieling: Ein deutscher Wandersommer
Wer die Schönheit der Natur lieber vor der eigenen Haustür entdecken möchte, ist mit diesem Werk des bekannten Tierfilmers und Abenteurers Andreas Kieling gut beraten. Er begibt sich auf eine Reise quer durch Deutschland, immer zu Fuß, und entdeckt dabei die vielfältigen Landschaften zwischen Nordsee und Alpen.
Kieling berichtet eindrücklich von Begegnungen mit Menschen, von Tierbeobachtungen und von den besonderen Momenten, die man nur auf langen Wanderungen erlebt. Dabei verbindet er spannende Erzählungen mit fundiertem Wissen über Natur und Umwelt.
Ein inspirierendes Buch für alle, die Lust haben, das Wandern in Deutschland (neu) zu entdecken – und vielleicht sogar ihre eigene Heimat aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.